Es gibt schon genug lästige Dinge, die man als Mensch tun muss: Atmen, wachsen, aufrecht gehen, denken, niesen, gähnen, schwitzen, blinzeln, zucken, rülpsen, furzen, husten, sich Vitamine reinpressen, Leergut wegbringen, die unendlich große Last des Daseins und sich selbst ertragen.
Gäbe es nicht immer wieder nützliche Dinge, die uns den Alltag erleichtern – ich hätte mich schon längst aufgehängt. So auch die neueste Erfindung der Firma KETS GmbH aus Köln, die uns in unserer Not eine Pinkelhilfe anbietet. Nach roadbag®, dem äußerst coolen Taschen-WC für Männer, die einmal im Leben gegen den Wind pissen wollen ohne dabei nass zu werden, erscheint ab sofort das stylishe ladybag® für uns Weiber, damit wir beim Pinkeln Limbo tanzen können, ohne uns einzunässen!
Nein, das hat jetzt nix mit Harninkontinenz zu tun, dafür gibt's Windeln. KETS will uns einfach nur den mühseligen Gang zum Klo ersparen. Wenn das Bier mal wieder treibt und man orientierungslos über die eigenen Socken stolpert, ist es Zeit für dieses ultimative Accessoire! Und wer absolut schmerzbefreit ist, bestellt sich für das nächste Saufgelage auf dem Campingplatz ganz einfach das XXL-Modell toibag® "für alle und alles":
Aber wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Auf der Site haben sich so einige Formfehler eingeschlichen.
Die Crétins von der Marketingabteilung fanden gelbes Pipi anscheinend total unchic und verwendeten für die Darstellung der Herrenpisse farblosen russischen Wodka, während grüner Absinth als Damenurin herhalten musste. Das, meine lieben Kreativ-Fachidioten, würde allerdings nur dann Sinn ergeben, wenn es sich um Kotztüten für mich und meine Freunde handeln würde, denn das ist unsere tägliche Nahrung.
Auf der Gebrauchsanleitungsseite erscheint dann auch noch dieser kleingedruckte Hinweis:
Das sollte nun wirklich unserer aller Intelligenz beleidigen. Dass man das Dingens nicht am Steuer nutzen sollte, leuchtet doch ein! So ein Steuer strullert ja auch nicht wild herum (außer man fährt noch einen alten Fiat Palio, hat die Rückrufaktion wegen Wasser im Airbag verpennt und baut gerade einen Auffahrunfall auf der A7). Das kann sich doch jedes Kleinind denken, dass man den Pimmel in den Absorber reinstecken oder sich die Designer-Mülltüte unter die Fotze klemmen muss. Männer sind hierbei übrigens ganz klar im Vorteil. Wir Weiber müssen nämlich mit dem Arsch bis unter das Lenkrad rutschen, um uns das Ding unter die Ritze halten zu können und dabei gleichzeitig die Knie anwinkeln, während wir das Gaspedal mit dem kleinen Zeh durchtreten, um sämtliche LKW-Fahrer zu überholen, damit die uns nicht von oben zwischen die Beine glotzen. Fährt man dabei nicht unten ohne, sondern muss sich womöglich auch noch seiner Bekleidung entledigen, sollte man aus Sicherheitsgründen eine Hand für's Handy freihalten, um einen Termin mit einem nahegelegenen Chiropraktiker zu vereinbaren. Der kann einem als Mediziner dann vielleicht auch erklären, ob das Granulat in dem Pinkelhandtächschen nasal, intravenös, intramuskulär, sublingual oder rektal eingenommen werden muss, denn das Verschlucken ist laut Hersteller ja schließlich strengstens verboten!
Auch wenn ich hier und heute harsche Kritik geübt habe, so möchte ich dennoch eine Lanze für das Produkt brechen und als Fazit festhalten, dass sich mithilfe der formschönen externen Blasenkatheder von KETS solcherlei Unfälle problemlos vermeiden lassen: